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Luxemburg, März 23, 2020

INBA®-Schlackengranulierung an Rogesas Hochofen 4 erfolgreich modernisiert

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Modernisierte INBA®-Schlackengranulierung an Rogesas Hochofen 4.

Die AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) und Paul Wurth haben kürzlich eine umfassende Modernisierung der Schlackengranulations-Anlage am Hochofen 4 der Hütte abgeschlossen. Paul Wurths INBA Granulier- und Entwässerungstechnologie kommt dort bereits seit ihrer Erstinstallation im Jahre 2003 zum Einsatz. Es handelt sich um ein Kaltwassersystem mit Dampfkondensierung, das für eine Tagesproduktion von 1600 Tonnen Schlackensand ausgelegt ist und Flüssigschlackezulauf bis 8 Tonnen pro Minute verarbeiten kann.

Nach den ersten 16 Betriebsjahren ist die Anlage durch Paul Wurth und Dillinger einer Modernisierung unterzogen worden, deren Baumaßnahmen zwischen März und September 2019 stattfanden. Im Mittelpunkt der Erneuerungsarbeiten standen der Kühlturm und das unterhalb der INBA-Entwässerungstrommel befindliche Warmwasserbecken.

Für den Kunden war von vornherein wichtigstes Kriterium, den Verlust an Schlackensand auf höchstens eine Monatsproduktion zu begrenzen. Paul Wurth schlug deshalb vor, den gesamten Kühlturm schrittweise, während ununterbrochenem Normalbetrieb der Anlage zu erneuern. In den vier Wochen geplanten Stillstands der Anlage hingegen sollten dann die Modifikationen am Warmwasserbecken sowie die Implementierung eines neuen Wasserrezirkulationskonzepts erfolgen, da beide Maßnahmen ohnehin eine vollständige Unterbrechung des Granulierbetriebes erfordern würden.

In der Umsetzung wurde als erstes die bestehende Warmwasserverteilung am gesamten Kühlturm provisorisch umgestellt. Dies erfolgte während eines kurzen Stillstands von wenigen Tagen und erlaubte, im Nachgang die einzelnen Kühlturmzellen einzeln abzuschalten und zu erneuern. Währenddessen konnten alle anderen in Betrieb befindlichen Zellen summiert die erforderliche Kühlleistung erbringen. Diese schrittweisen Modernisierungsmaßnahmen wurden von März bis August 2019 vorgenommen. Paul Wurth zeichnete für die Ausarbeitung, Lieferung und Montage des neuen Wasserverteilungssystems verantwortlich, gleichermaßen für die Installation eines neuen Kollektors und dessen Anbindung an die bestehende Prozesswasserleitung sowie die Installation neuer Schallschutzkulissen.

Der vierwöchige Anlagenstillstand im August wurde genutzt, um den unteren Teil des bestehenden Warmwasserbeckens komplett zu ersetzen und die Rezirkulationskreisläufe für Prozesswasser in neuer Bau- und Funktionsweise anzuschließen. Weitere Arbeiten wie die Fertigstellung des Kühlturms, Modernisierung des Wasserpumpen-Reservoirs und das Ersetzen von zugesetzten, dem Warmwassertank nachgeschalteten Koksfiltern fanden ebenfalls in diesem Zeitraum statt. Parallel dazu ersetzte Dillinger in Eigenregie verschieden Treppen und Zugangsbühnen und nahm die Erneuerung von Granulationsbecken und Schlacken-Heißrinne vor. Während dieser vier Wochen waren durchschnittlich 80 Arbeitskräfte pro Tag rund um die Uhr im Einsatz.

Schlussendlich konnten Dillinger und Paul Wurth im Januar dieses Jahres erfolgreiche Leistungstests zur Kühlturmleistung und Verfügbarkeit der modernisierten Anlage durchführen.

Die von Paul Wurth entwickelte Konstruktion stellt ein neues Konzept dar, das spezifisch für den Betrieb von Kühlturm und Prozesswasserzirkulation im Warmwasserbecken neuartig ist. Es führt zu einer deutlichen Senkung des Eintrags von festen Schwebstoffen aus dem Prozesswasser in den Kühlturm. Darüber hinaus kann ein Kühlturm von nun an flexibel betrieben werden, was für Dillinger heißt, dass jede Kühlturmtzelle unabhängig von den anderen genutzt werden kann. Dies schließt die Möglichkeit ein, eine Kühlturmzelle stillzulegen oder nicht zu benutzen, je nach Betriebssituation bzw. Wartungsbedarf, und zwar ohne in der Granulierkapazität eingeschränkt zu sein.

Paul Wurths Kaltwasser-Schlackengranulierung mit Dampfkondensierung und der dynamischen INBA®-Entwässerung ist eine offiziell anerkannte Beste Verfügbare Technologie (BAT) auf dem Gebiet der Stahlindustrie.

Über Paul Wurth

Das 1870 gegründete Technologie-Unternehmen Paul Wurth mit Sitz in Luxemburg ist einer der weltweit marktführend Maschinen- und Anlagenbauer im Primärbereich der Metallindustrie. Neben Hochofen-Gesamtanlagen und Kokereien vervollständigen Direktreduktionsanlagen, umwelttechnische Einrichtungen für Hüttenwerke sowie Reststoffaufbereitungsanlagen das Angebot. International ist die Paul Wurth Gruppe mit über 1500 Mitarbeitern und Standorten in etwa 20 Ländern in allen Regionen der Welt mit einer wesentlichen Eisen-und Stahlindustrie vertreten.

SMS group ist eine Gruppe von international tätigen Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus für die Stahl- und NE-Metallindustrie. Rund 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften weltweit einen Umsatz von über 2,8 Mrd. EUR. Alleineigentümer der Holding SMS GmbH ist die Familie Weiss Stiftung.

Kontakt

Laurence Kayl
Head of Communications
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