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Blytheville (Arkansas), 02. September 2021

Die beeindruckende Reise einer ERW-Rohrschweißanlage

Schwertransport erreicht Baustelle termingerecht

Zu Beginn des Jahres 2021 führte die SMS group einen der aufwändigsten Transporte der letzten Jahre durch. Es handelte sich dabei um die weltweit größte kontinuierliche ERW-Rohrschweißanlage, die zum Kunden Zekelman Industries in die USA transportiert wurde. Die größte Herausforderung: das enorme Gewicht von insgesamt über 500 Tonnen.

Mit der neuen 28-Zoll-ERW-Rohrschweißanlage wird Zekelman Industries jährlich mehr als 400.000 Tonnen produzieren können und erweitert damit sein Produktspektrum um den 28-Zoll-Bereich. Nach der Vormontage in Deutschland ging die Anlage Anfang Januar auf die Reise nach Blytheville (Arkansas). Eine weitere Herausforderung waren die Einreise- und Quarantäneregelungen im Zuge der COVID-19 Pandemie. Das hatte unter anderem zur Folge, dass das Projektteam bei den Verladungsprozessen nur mit einer reduzierten Mannschaft vor Ort sein konnte – und darüber hinaus auf lokale Unterstützung zurückgriff.

Von Lebach zum Hafen Saarlouis/Dillingen, Deutschland (Januar 2021)
Straßentransport von Lebach im Saarland zum Binnenhafen.

Die erste Etappe des beeindruckenden Transportes beginnt in Lebach. Enorme Gewichte von insgesamt über 500 t und Abmessungen von bis zu neun Metern treten Ihre Reise in die USA an. Aufgrund ihres sehr hohen Vormontagegrades konnten die Anlagenteile nur aufrecht transportiert werden. Das Projektteam hatte sich infolge es knappen Zeitplans für diesen hohen Vormontagegrad entschieden, um die Einbauzeiten auf der Baustelle zu reduzieren. Hierdurch wurde der Transport erheblich anspruchsvoller und kostenintensiver. Herkömmliche Ressourcen auf der Baustelle wie Hallenkräne oder hydraulische Pumpen konnten nicht genutzt werden – stattdessen kam Spezialequipment zum Einsatz.

Sicher verpackt und verladen wurde die 190 t bis 230 t schweren Transportgüter mithilfe von 20-Achs Modular-Trailern sowie jeweils einer Zug- und Schubmaschine zum deutschen Binnenhafen Saarlouis/Dillingen transportiert. Wie bei jedem Schwertransport mussten auch hierfür im Vorfeld Genehmigungen bei den zuständigen Behörden eingeholt werden. Im Gegensatz zu anderen Schwertransporten fand dieser größtenteils auf dem Wasser statt. So waren die Transportwege mit rund 30 Kilometern auf der Straße enorm niedrig. Entstehende Kosten durch beispielsweise enge Ortsdurchfahrten bei denen der Einsatz von Spezialgeräten notwendig ist oder Bahnübergänge mit hängenden Oberleitungen konnten bis auf ein Minimum reduziert werden.

Per Binnenschiff nach Antwerpen, Belgien (Januar 2021)
Verladung auf das Binnenschiff im Hafen von Dillingen.

Im Binnenhafen Saarlouis/Dillingen wurden die Teile anschließend durch zwei 500 t Mobilkräne auf ein Binnenschiff verladen. Nach knapp 5 Tagen Fahrzeit erreichte der Transport den Hafen von Antwerpen. Dort wurden die Einbauteile mittels zweier Hafenmobilkräne auf ein Seeschiff verladen, um anschließend die insgesamt über 8.000 km lange Reise nach Nordamerika auf dem Seeweg fortzusetzen.

 

Von Europa nach New Orleans, USA (Januar/Februar 2021)
Komponenten der ERW-Anlage auf deiner Deckbarge.

Die Fahrt über den Atlantik nach New Orleans dauerte 32 Tage. Im Seehafen von New Orleans angekommen wurden die Transportteile für den Weitertransport nach Blytheville (Arkansas) mit einem 1.000 t-Schwimmkran auf eine Deckbarge verladen.

Auf dem Mississippi nach Blytheville, USA (Februar/März 2021)
Abgeladen am Zielort in Blytheville (USA). Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Einbauort.

Knapp 60 Tage nach Transportbeginn erreichten zu transportierenden Teile den Anleger in Blytheville (AR), USA. Bedingt durch den ungewöhnlich hohen Wasserstand des Mississippi konnte der ursprünglich ausgewählte und im Vorfeld mehrfach geprüfte Anleger nicht genutzt werden. Kurzerhand musste auf einen alternativen Anleger ausgewichen werden, sodass die Transporteile reibungslos abgeladen werden konnten. Da das Abladen an einer privaten Anlegestelle stattfand, mussten auch hier Genehmigungen eingeholt werden.

Die verbliebenen fünf Meilen zwischen der Anlegestelle und dem finalen Einbauort erfolgten durch ein SPMT (Modulfahrzeuge mit eigenem Antrieb).

Das Projekt konnte trotz der Ausnahmesituation durch die Covid-19 Pandemie realisiert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Montagephase der Anlage weitestgehend abgeschlossen und die Inbetriebnahme befindet sich bereits in vollem Gange.