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Düsseldorf, 10. Juni 2019

Digitalisierung erleben

Markus Reifferscheid, Vice President Research & Development bei der SMS group und Geschäftsführer der SMS digital GmbH, schildert im Interview, warum sich der Besuch des Messestandes der SMS group auf der METEC 2019 lohnt. Er geht auf den Nutzen und die Vorteile der Digitalisierung für die Anlagenbetreiber ein und erklärt, was die SMS group von Digitalunternehmen unterscheidet.

Herr Dr. Reifferscheid, worauf können sich die Fachleute aus aller Welt bei einem Besuch des SMS group-Messestandes auf der METEC freuen?

Die Messebesucher sehen bei der SMS group die Zukunft des lernenden Stahlwerkes, das heißt eines digitalen Eco-Systems. Nicht Visionen, sondern konkrete Lösungen, die heute für die Anlagenbetreiber einen Mehrwert schaffen. Wir zeigen, wie wir Digitalisierung einsetzen, um permanent Prozesse zu verbessern. Wir streben für unsere Kunden das Stahlwerk an, das maximal profitabel arbeitet. Auf dem Messestand der SMS group können wir im persönlichen Dialog aufzeigen, was möglich ist. Als Leading Partner in the World of Metals präsentieren wir umfassend, was Digitalisierung für unsere Branche bedeutet.

Was sollten sich die Messebesucher auf dem Messestand der SMS group anschauen?

Eigentlich alles. Aber wer sich gezielt für die Digitalisierung interessiert, sollte sich gemeinsam mit mir und meinen Kollegen die vier zentralen Themen anschauen, die das lernende Stahlwerk ausmachen. Das sind die Anlaufstationen über Anlagenzustand, zur Produktionsplanung, zur Produktqualität und die Plattform, über die alles zusammengeführt wird. Die Themen sind eng miteinander verbunden. Digitalisierung etabliert sich als Eco-System, das überall hineinreicht. Es geht um die komplexe Fragestellung: Wie bringe ich Produktqualität in Zusammenhang mit dem Anlagenzustand, der Produktionsführung und den Funktionen der Produktionsplanung? Welche Optionen bieten sich auf der Plattform, um diese verschiedenen Funktionen miteinander zu verknüpfen und in Korrelation zueinander zu setzen? Eine Lösung präsentieren wir dem Kunden und darüber möchten wir diskutieren.

Geht es auf der Messe auch um Feedback?

Ja, weil die Digitalisierung unbedingt den Austausch braucht. Sie ist keine Einbahnstraße. Wir zeigen auf der Messe eine mögliche Aussicht, ein Zielbild, wohin die Reise der Digitalisierung unserer Meinung nach geht. Wie ich dahin komme und ob das Zielbild in vollem Umfang bei jedem Kunden den Wert bringt, ist individuell völlig unterschiedlich. Daher müssen wir uns partnerschaftlich austauschen. Eine Gefahr bei der Digitalisierung liegt darin, sich in Visionen zu verlieren. Sehr schnell wird aus einer Begeisterung heraus gesagt: „Das muss ich haben.“ Erst später wird ersichtlich, dass das Traumbild nicht das Richtige ist. So geht die SMS group nicht vor. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Das Stiften von Mehrwert steht im Fokus. Digitalisierung ist ein Prozess, den wir Schritt für Schritt agil und in Kooperation mit dem Kunden planen und umsetzen. Wir fragen nach jeder Entwicklungsstufe, ist noch genug Wert in dem Use Case? Erst dann gehen wir weiter. Und wir haben als Full-Liner alles im Blick. Wir können Stahlwerk, Gießanlage, Walzwerk, Glühlinie, Verzinkungslinie und alle weiteren Anlagen der Supply Chain durch Digitalisierung verbessern, weil wir auch die technologischen Kompetenzen dazu haben.

Ist die SMS group im Markt bezüglich Digitalisierung der Vorreiter?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Wir beschäftigen uns bereits seit vielen Jahren mit der Digitalisierung – schon lange bevor es zu einem Schlagwort wurde. Und ja, ich denke, dass wir bei den Umsetzungen führend sind, die beim Kunden Wert stiften. Darüber hinaus haben wir noch viele aussichtsreiche Proof of Concepts in der Schublade. Ob die umgesetzt werden, hängt davon ab, wie erfolgsversprechend sie für die spezifischen Kundenanforderungen sind. Das ist eine weitere große Stärke von uns, dass wir dies mit unserem Know-how beurteilen können. Wir können Kunden umfassend beraten, wie sie Digitalisierung angehen. Unsere Consulting-Leistungen sind daher bereits im Vorfeld extrem wertvoll, weil der Kunde sich auf die wesentlichen Use Cases fokussiert, die für ihn am profitabelsten sind. Das ist der Vorteil unserer langjährigen Erfahrung und unserer Produkte, über die wir sagen können: Da schaffen wir nachweislich Mehrwerte.

Können Sie das Consulting der SMS group genauer beschreiben?

Unser Consulting gliedert sich in zwei grundlegende Angebote: Digital Awareness und Digital Fact Finding. Gemeinsam mit dem Kunden gehen wir in sein Werk und finden heraus, wo er bei der Digitalisierung steht und was möglich ist. Wir entwickeln zusammen die Use Cases und bewerten sie. Außerdem bieten wir Schulungen und Workshops, um den Kunden bei seinen Vorhaben mit dem Know-how auszustatten und ihn zur digitalen Transformation zu befähigen. Darüber hinaus sind wir im Anschluss an das Consulting in der Lage, alles aus einer Hand umzusetzen. Ebenso sind wir ein kompetenter Partner, um Start-ups an Bord zu holen, mit denen wir enge Kontakte pflegen.

Was unterscheidet die SMS group von Unternehmen, die sich rein auf die Digitalisierung spezialisiert haben?

Ein wesentlicher Aspekt der Digitalisierung ist, dass durch sie aus Daten Werte generiert werden. Das setzt aber voraus, dass ich weiß, welche Daten ich überhaupt dazu brauche. Und wer kann das besser sagen, als der Anlagen Anlagenbauer beziehungsweise der Anlagenbetreiber. Wir wissen, welches Equipment wir wie zu monitoren haben und wie wir Prozessmodelle monitoren, weil wir beides entwickelt haben. Und wir können die Verfahrens- und Prozesstechnik bis ins Detail beurteilen, weil sie oft von uns stammt. Kein digitales Unternehmen kann das leisten. Die SMS group kann den Kunden daher mehr liefern als digitale Firmen.

Heißt das, Digitalunternehmen stoßen im Anlagen- und Maschinenbau an ihre Grenzen?

Die Digitalunternehmen oder KI-Unternehmen sind gut im Bereich der Datenanalyse. In vielen Fällen reicht das aber nicht aus. Sie können oft nicht beurteilen, ob das Problem, das sie lösen wollen, überhaupt im Datensatz enthalten ist und müssen sich darauf verlassen, dass der Kunde das selber erkennt. Sie bekommen Daten, können diese aber oft nicht fundiert interpretieren. Zudem sind sie kaum in der Lage, zu beurteilen, welche Daten fehlen und ob man diese zur Verfügung stellen kann. Der Kunde braucht aber einen Partner, der dies kann.

Lesen Sie das komplette Interview in der aktuellen Ausgabe des SMS group-Kundenmagazins.