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Düsseldorf, 01. Juli 2020

Fünfzig Jahre Kompetenz in der Sekundärmetallurgie

Sekundär- und Tertiärmetallurgie der SMS Mevac firmieren zukünftig unter SMS group

Wenn es um fortschrittlichste Behandlung und Veredelung von Schmelzen geht, steht seit vielen Jahren rund um den Globus ein Name an erster Stelle: SMS Mevac. Im Zuge einer Neuorganisation wird die SMS Mevac jetzt mit dem Mutterkonzern verschmolzen und die sekundärmetallurgischen Anlagen firmieren unter der Marke „SMS group“. Doch das Know-how und die enge Betreuung der Kunden durch die Fachleute bleiben natürlich erhalten.

Die sekundärmetallurgischen Anlagen sind das Bindeglied zwischen der Rohstahlerzeugung im Konverter oder Elektrolichtbogenofen und dem darauffolgenden Vergießen der veredelten Stahlschmelzen auf einer Stranggießanlage. Durch die sekundärmetallurgische Nachbehandlung der Schmelze im Pfannenofen oder unter Vakuum wird die gewünschte Qualität und die richtige Legierung eingestellt.

Von Messo und Vacmetal zur SMS Mevac

Die SMS Mevac war 1999 aus der Verschmelzung der Unternehmen Messo Metallurgie und SMS VACMETAL entstanden und vereinte damit ein großes Know-how und eine Vielzahl von Referenzen in der Sekundärmetallurgie.

Das Unternehmen Messo entstand 1953 als Dr. Theo Messing zusammen mit Alfred Sowen die Messo - Gesellschaft für Verfahrenstechnik gründete. Sie ging eine Arbeitsgemeinschaft mit der Standard-Kessel-Gesellschaft Duisburg ein. Die Zusammenarbeit bewährte sich und führte 1960 zur Gründung der Standard-Messo Duisburg. Zum Portfolio gehörte unter anderem die Fertigung von Anlagen für biochemische Erzeugnisse und für die Vakuum-Metallurgie. Das Unternehmen wurde später von Mannesmann Demag übernommen und in den Geschäftsbereich Mannesmann Demag Hüttentechnik als Messo Metallurgie eingegliedert.

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RH-OB Anlage
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VAD (Vacuum Arc Degassing) Anlage
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1989: VD Anlage, ESAC (Evergreen Superior Alloys Corp.), Taiwan

Im Juli 1969 gründeten die Unternehmen Hoesch und Fried. Krupp Hüttenwerke eine gemeinsame Tochtergesellschaft mit dem Namen VACMETAL Gesellschaft für Vakuum-Metallurgie. Künftig sollten die auf dem Gebiet großtechnischer Vakuum-Stahlentgasung erworbenen Patente gemeinsam verwertet werden. Im Zuge der Fusion von Hoesch und Krupp wurde das in Dortmund ansässige Unternehmen 1993 mehrheitlich von der MAN GHH übernommen. 1997 übernahm SMS wiederum den Bau von Hochofen- und Stahlerzeugungsanlagen aus dem Geschäftsbereich Industrieanlagen der MAN GHH. Aus VACMETAL wurde SMS VACMETAL. Die Gesellschaft hatte bis zu diesem Zeitpunkt zusammen mit ihren Kooperationspartnern weltweit bereits mehr als 350 Anlagen errichtet. 

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1970: British Steel Corp., Port Talbot Works UK, DH Anlage, 340 t (heute Tata Steel)
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1988: British Steel Corp., Llanwern Works UK, erste Duplex-RH Anlage, 200 t
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2001: EKO Stahl, Roheisenentschwefelung, 205 t, erste Eco-injection Anlage (heute ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, Deutschland)
SMS Mevac als Kompetenzzentrum für Sekundärmetallurgie in der SMS group
2011: Dragon Steel, Taiwan, RH-TOP Anlage, 250 t

Nach der Gründung im Jahr 1999 wird SMS Mevac schnell zum Synonym für fortschrittlichste Technologie und Service im Bereich der Sekundärmetallurgie. Das Produktportfolio umfasst sowohl Vakuumanlagen (RH und RH-TOP-Anlagen, Tankentgaser vom Typ VD, VOD oder VD-OB) als auch unterschiedliche Typen von Pfannenöfen sowie für die Roheisenbehandlung. Weltweit wurden über 430 Vakuum-Stahlentgasungsanlagen sowie über 300 pfannenmetallurgische Anlagen die unter Atmosphärenbedingungen betrieben werden realisiert.

Die SMS Mevac besitzt als weltweit einziger Anbieter einen jahrzehntelangen und einzigartigen Erfahrungsschatz im Bereich der Sekundärmetallurgie. Über die Jahre wurden Prozessmodelle für die verschiedenen metallurgischen Verfahren und Anlagenkomponenten entwickelt die dem Kunden eine hohe Prozesssicherheit sowie optimierte OPEX Kosten garantieren.

Neben dem Neuanlagengeschäft gewinnt in den letzten Jahren die Überholung von Bestandsanlagen immer größere Bedeutung. Auch hier punktet die SMS Mevac durch technische Lösungen die in kürzester Zeit umgesetzt werden können um sekundärmetallurgische Anlagen und Prozesse wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

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2012: Fuxin Iron & Steel, China, VD-VOB, 150 t
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2016: Big River Steel, USA, RH Anlage, 150 t
Tertiärmetallurgie

Nach den Erfolgen mit sekundärmetallurgischen Anlagen wandte sich die SMS Mevac auch der Tertiärmetallurgie zu. Ihr Ziel ist die Herstellung isotroper Werkstoffe für hochanspruchsvolle Anwendungen. Diese Werkstoffe kommen insbesondere in Branchen wie der Luft- und Raumfahrtindustrie, im Energiesektor, in der Automobilindustrie sowie in der Öl- und Gasindustrie zum Einsatz.

Ein besonderer Meilenstein war hier die Inbetriebnahmen der 8/18 Tonnen-VIM-Anlage für Liberty Speciality Steels (ehemals TATA Stocksbridge) in Großbritannien im Jahr 2015. Die VIM-Anlage enthält spezielle Vakuumkammern für das Schmelzen und Gießen, die durch Rinnen- und Tundish-Einheiten miteinander verbunden sind. Der Schmelztiegel wird mit vakuumdichter Stromversorgung geliefert und kann durch ein ausgereiftes Hubsystem leicht ausgetauscht werden. Das mechanische Pumpensystem erzeugt ein extrem starkes Vakuum.

SMS group führt Sekundär- und Tertiärmetallurgie fort

Im Zuge einer Neuorganisation wurde die SMS Mevac Anfang 2020 mit dem Mutterkonzern verschmolzen, so dass die sekundärmetallurgischen Anlagen zukünftig unter der Marke „SMS group“ firmieren. Dies bedeutete auch die Aufgabe des Standorts der SMS Mevac in Essen und den Umzug nach Düsseldorf, wo die Experten für sekundärmetallurgische Anlagen jetzt im noch engeren Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der vor- und nachgelagerten Prozessstufen aus Metallurgie und Stranggießtechnik stehen können. Das Leistungsportfolio umfasst weiterhin den gesamten Produktlebenszyklus von Forschung und Entwicklung über Engineering, Lieferung der Einrichtungen, Montage- und Inbetriebnahmeüberwachung, Schulung sowie Services zum reibungslosen Betrieb und zu effizienten Modernisierungen. Nicht zuletzt dadurch ist gesichert, dass die Erfolgsgeschichte der Sekundär- und Tertiärmetallurgie in den nächsten Jahrzehnten weitergeht.