Düsseldorf, 08. December 2017

Modernisierung basiert auf Konzept-Engineering

Konzept-Engineering hat sich als effizientes Werkzeug erwiesen, um für unsere Kunden durch einen ganzheitlichen Ansatz die für ihre jeweilige Anlage beste Modernisierungslösung zu entwickeln. Mit Hilfe von Konzept-Engineering verbessert beispielsweise Outokumpu kontinuierlich die Wettbewerbsfähigkeit seines Warmwalzwerks in Tornio (Finnland).

Jede Anlage muss im Laufe ihrer Betriebszeit regelmäßig modernisiert werden, um hinsichtlich Qualität, Produktivität, Betriebskosten und Produktspektrum den steigenden Marktanforderungen zu genügen. Die Anforderungen an den Anlagenbauer wachsen dabei oft mit der Betriebszeit der Anlage und der Spezialisierung des Produktprogramms.

Ganzheitliche Analyse

Für den Bedarf unserer Kunden nach komplexen Modernisierungen sowie nach einer kontinuierlichen Leistungsverbesserung hat SMS group das Konzept-Engineering entwickelt. Darunter verstehen wir die systematische Analyse einer Anlage, um gemeinsam mit dem Kunden die ideale technische und wirtschaftliche Lösung zu entwickeln. Die Untersuchung bezieht dabei die Anlagentechnik, den Produktionsprozess und die Instandhaltung mit ein. Prozess-Technologie, Mechanik, Hydraulik, Elektrik und Automation werden im Gesamtzusammenhang betrachtet und Aspekte wie Verbräuche, Sicherheitsvorgaben und Umweltstandards mit berücksichtigt. Als Werkzeuge für diese „360°-Analyse“ nutzt SMS das gesamte Spektrum moderner Methoden wie FEM- und CFD-Analysen oder Simulationsprogramme. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunde und Anlagenlieferant ist dabei ebenso zwingend erforderlich wie die gegenseitige Respektieren von Know-how und Betriebsergebnissen.

Das Resultat des Konzept-Engineerings sind aufeinander abgestimmte Maßnahmen für Instandhaltung, Anlagentechnik und Produktionstechnologie. Somit erhält der Kunden mit vergleichsweise geringer Investition eine umfassende und detaillierte Basis für seine Zukunftsplanung.

Outokumpu in Tornio

Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung dieses Ansatzes ist das Konzept-Engineering für das Warmwalzwerk von Outokumpu, einem der Markt- und Technologieführer bei Rostfrei-Stählen. Das Walzwerk im finnischen Tornio ging 1987 mit einem Reversier-Vorgerüst, einem Steckel-Gerüst und einem Haspel in Betrieb. Zur Steigerung der Produktion erweiterte SMS group 2005 die Anlage im Rahmen einer spektakulären Modernisierung um drei Fertiggerüste und einen Haspel.

Nach Abschluss der Modernisierung setzte sich die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen im Rahmen eines Kooperationsvertrages fort. Aus dieser Kooperation entstand das Konzept-Engineering, mit dem Outokumpu folgende Ziele verfolgte:

  • Verbesserung der Produktqualität
  • Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit
  • Erweiterung des Produktspektrums
  • Vereinfachung von Instandhaltung und Ersatzteilmanagement
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Erhöhung der Verfügbarkeit

Die Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit entwickelten wir auf Basis der detaillierten Untersuchung der ungeplanten Anlagenstillstände über einen Zeitraum von mehr als zweieinhalb Jahren. Dabei wurden besonders anfällige Bereiche identifiziert und Maßnahmen im Bereich Instandhaltung und Anlagentechnik abgeleitet.

Stichpläne für neue Produkte

In den letzten Jahren erweiterte Outokumpu kontinuierlich sein Produktspektrum, um durch neue Stahlsorten und Abmessungen die Anforderungen seiner Kunden noch besser zu erfüllen. SMS group unterstützte Outokumpu bei der Entwicklung der neuen Produkte und den Auslegungskriterien für die Anlage.

Parallel dazu wurde der Produktionsprozess eingehend analysiert. Durch die Anpassung der Profil- und Planheitsregelung, Veränderungen am CVC®-Schliff der Arbeitswalzen und der Bandzüge konnte eine deutliche Verbesserung der Walzstabilität erreicht und Ausbringungsverluste um bis zu 80% reduziert werden.

Modernisierung des Walzwerks

Weitere Ziele von Outokumpu waren die Produktion von Bändern mit höherer maximaler Festigkeit und die Verbesserung der Oberflächenqualität. Hier wurden durch das Konzept-Engineering gezielt Modernisierungsmaßnahmen zur schrittweisen Umsetzung entwickelt.

Zur Verbesserung der Oberflächenqualität baute SMS group 2016 einen neuen Zunderwäscher mit Entzunderungsventil und neuen Pumpen ein. Der neue Entzunderer arbeitet wie der alte mit einem Druck von 180 bar, erreicht aber dank eines verbesserten Designs eine effektivere Reinigung der Oberfläche.

Im Steckelgerüst wurden  neue Sieflex® HT-Zahngelenksspindeln eingebaut. Sie ermöglichen die Übertragung höherer Walzmomente, die für die Produktion von hochfesten Stahlgüten notwendig sind. Zuvor hatte SMS group bereits neue Radsätze für das Kammwalzengetriebe geliefert. Weiterhin installierten wir im Steckel-Gerüst neue Biegeblöcke, die weniger anfällig für Störungen sind und einfacher gewechselt werden können.