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Mönchengladbach, 11. März 2020

ThreadView: Autonomes optisches Messsystem zur Überprüfung von Gewinden an Ölfeldrohren

Innovatives Messystem auch für Premium-Gewinde

Die Prüfung von Gewinden und Dichtlippen an Ölfeldrohren erfolgt bislang nur manuell und deshalb nur stichprobenartig. Das optische Messsystem ThreadView ermöglicht dagegen die vollkommen autonome Messung, Beurteilung und Dokumentation der Rohrenden und sogar von Premium-Gewinden.

Die SMS group begleitet ihre Kunden während des gesamten Prozesses der Nahtlosrohrproduktion – vom stranggegossenen Bloom bis zum fertigen Rohr. Häufig werden die Nahtlosrohre auf Gewindeschneidmaschinen veredelt und weltweit als Ölfeldrohre – auch OCTG-Rohre – eingesetzt. Hier schaffen die Maschinen der SMS group hochwertige OCTG nach internationalen Standards, wie API oder GOST.

Um die Qualität der geschnittenen Gewinde gewährleisten zu können, sind regelmäßige Kontrollen unverzichtbar. Bisher war diese Prüfung von Ölfeldrohren lediglich manuell – also von Hand – durchführbar und stellte damit eine zeitintensive Herausforderung dar. Die Folge: Rohrenden konnten nur stichprobenartig und nicht vollumfänglich geprüft werden.

Autonome Messung, Beurteilung und Dokumentation von Rohrenden

Diese Problematik hat SMS group dazu veranlasst, ihr Portfolio um ein Gewindemesssystem zu erweitern: ThreadView soll Kunden bei der Qualitätssicherung unterstützen und vollständig in die Gewindeschneidlinie integriert werden. Das Verfahren ermöglicht die Messung, Beurteilung und Dokumentation der Rohrenden im Anschluss an den Schneidprozess. Dabei agiert ThreadView vollkommen autonom und vermisst 100 Prozent der geschnittenen Gewinde. So werden Ungenauigkeiten, defekte Werkzeuge und Ovalitäten an Rohren nach kürzester Zeit erkannt und die Produktivität einer Finishing Line dauerhaft gesteigert.

Doch nicht nur die stufenlose Durchmesseranpassung macht das Messsystem einzigartig. Mithilfe der eingesetzten Technik ist es außerdem möglich, sogenannte Premium-Gewinde für Ölfeldrohre zu vermessen. Bei Premium-Gewinden ist der Steigungswinkel am Gewindezahn negativ und deshalb mit herkömmlicher Messtechnik nicht zu erfassen. Mit Kameras und zusätzlichen optischen Sensoren wird das Gewinde erfasst und mit den vorgegebenen Maßen verglichen. Als einziges System, das in der Lage ist, diese Premium-Gewinde zu vermessen, bietet ThreadView unseren Kunden einen besonderen Mehrwert. Dabei ist der Individualität der Gewinde, die aus verschiedenen Gewinde- und Dichtlippentypen bestehen, keine Grenzen gesetzt. Die Software des innovativen Messsystems bietet die Möglichkeit, Gewinde und Dichtlippen nach Belieben zu konfigurieren und zu kombinieren – vergleichbar mit einem Baukastensystem. So können individuelle Rohrverbindungen vom Kunden selbst definiert und jederzeit angepasst werden.

Übersichtliche Dokumentation der Messergebnisse

Die aufgenommenen Messdaten stellt ThreadView in einer tabellarischen Übersicht dar. Hierbei entspricht eine Zeile einem gemessenen Rohr. Dank der farblichen Hinterlegung nach dem Ampelsystem lassen sich fehlerbehaftete Gewinde auf den ersten Blick erkennen. Um eine detailliertere Ansicht zu erhalten, reicht ein Doppelklick auf das entsprechende Rohr. In einem Pop-up-Fenster werden daraufhin alle Messwerte ihren Soll-Werten gegenübergestellt. Auch hier wird die Güteklasse mittels einer farblichen Hinterlegung gekennzeichnet, so dass Abweichungen schnell und einfach identifiziert werden können.

Ergänzend zu den numerischen Messwerten wird in dieser Darstellung die Kontur des gemessenen Gewindes der Soll-Kontur gegenübergestellt. So können auftretende Fehler zusätzlich begutachtet und nachvollzogen werden.

Blick in die Zukunft

Mit ThreadView stellt die SMS group den Marktanforderungen ein autonomes optisches Messsystem entgegen, das 100-prozentige Kontrolle ermöglicht – auch bei Premium- Gewinden. Damit vereint das System gleich zwei nie dagewesene Möglichkeiten.

Ein zusätzlicher Nutzen für den Kunden ist, dass sich die mithilfe von ThreadView erhaltenen Prozessdaten zukünftig noch effektiver analysieren lassen. So könnte ThreadView beispielsweise dabei helfen, den Zeitpunkt des nächsten Werkzeugbruchs näher zu bestimmen.